Auf Amazon entscheidet das Bild, ob geklickt wird – und der Klick ist die halbe Miete für das Ranking. Dieser Leitfaden fasst zusammen, was Amazon 2026 von Produktbildern verlangt, wie Sie die neun Bildplätze sinnvoll füllen und welche Listing-Faktoren neben dem Bild über Sichtbarkeit entscheiden. Er ersetzt unsere zweiteilige Amazon-SEO-Serie von 2022.
Amazon prüft Bilder automatisiert; ein Verstoß beim Hauptbild kann dazu führen, dass das Angebot unterdrückt wird und in der Suche gar nicht erscheint. Die wichtigsten Anforderungen:
Anforderung
Hauptbild
Weitere Bilder
Hintergrund
reines Weiß (RGB 255/255/255)
frei
Bildfüllung
Produkt füllt mindestens 85 % des Rahmens
empfohlen, nicht Pflicht
Auflösung
mindestens 1.000 Pixel an der längsten Seite (Zoom), empfohlen 1.600–2.000 Pixel; maximal 10.000 Pixel
Format
JPEG (empfohlen), PNG, TIFF, nicht animiertes GIF; unter 10 MB; sRGB
Inhalt
nur das Produkt, wie geliefert; kein Text, keine Logos, keine Wasserzeichen, keine Requisiten, kein Zubehör, das nicht im Lieferumfang ist
realistische Abbildung des tatsächlichen Produkts – keine Zeichnung, kein Rendering, das vom Produkt abweicht
Anwendung, Details, Verpackung
Bildplätze
bis zu 9 Bilder pro ASIN (1 Hauptbild + 8 weitere), davon werden 7 auf der Produktseite angezeigt; zusätzlich Video
Besonderheiten nach Kategorie
Bekleidung für Erwachsene: Amazon empfiehlt für das Hauptbild die Darstellung am stehenden Model, ohne Requisiten und ohne sichtbare Kleiderbügel; Kinder- und Babymode sowie Multipacks werden flach gelegt gezeigt. Hollow-Man-Aufnahmen sind in vielen Kategorien als Hauptbild zugelassen – prüfen Sie den Style Guide Ihrer Kategorie.
Schuhe: ein einzelner Schuh (linker Schuh, nach links zeigend, leicht angewinkelt) als Hauptbild; das Paar auf den weiteren Bildern.
Schmuck und Uhren: Hauptbild ohne Model und ohne Ständer; Tragebilder auf den weiteren Plätzen.
Sets und Multipacks: Hauptbild zeigt genau das, was der Kunde erhält – alle Teile, nichts darüber hinaus.
Die neun Bildplätze sinnvoll füllen
Das Hauptbild bringt den Klick, die weiteren Bilder bringen den Kauf. Eine bewährte Reihenfolge:
Hauptbild:Packshot auf Weiß, Produkt groß, Vorderansicht – die einzige Aufnahme, die in der Suche erscheint.
Detail 1–2: Material, Verschluss, Bedienelemente, Innenseite – Nahaufnahmen, die Fragen beantworten, bevor sie gestellt werden.
Infografik: die drei bis fünf wichtigsten Merkmale als Text auf dem Bild – das Bild, das die Bullet Points visualisiert.
Größenvergleich: Produkt in der Hand, neben einem Alltagsgegenstand oder mit Maßangaben – die häufigste Retourenursache „anders vorgestellt“ beginnt hier.
Verpackung / Lieferumfang: was im Karton ist, besonders bei Sets und Geschenkartikeln.
Video: 15–30 Sekunden Anwendung; wird in der Bildergalerie ausgespielt.
Beispiel eines Amazon-Bildsets aus dem Studio: Hauptbild, Detail, Infografik, Anwendung.
Was gute Amazon-Bilder ausmacht – über die Richtlinie hinaus
Bildfüllung wirklich ausreizen: Viele Hauptbilder zeigen das Produkt auf 60 Prozent des Rahmens. In der Suchergebnisliste ist es dann sichtbar kleiner als das der Konkurrenz.
Konsistente Serie: gleicher Winkel, gleiche Größe, gleicher Schatten über alle Varianten und Artikel einer Marke – das wirkt in der Suche und im Markenstore professionell.
Sauber freigestellt: Kanten ohne Säume, Weiß ohne Grauschleier – automatische Prüfungen erkennen „fast weiß“ als Verstoß. Mehr dazu unter Freisteller.
Farbtreue: Farbabweichungen sind nach Passform der zweithäufigste Retourengrund. Graukarte im Set, kalibrierter Monitor, sRGB-Export.
Mobile first: Über die Hälfte der Amazon-Besuche kommt vom Smartphone. Infografik-Text muss auf 400 Pixel Breite lesbar sein – wenige Wörter, große Schrift.
Dateinamen: Amazon empfiehlt ASIN oder EAN als Dateiname (z. B. B0XXXXXXXX.MAIN.jpg, .PT01 bis .PT08 für die weiteren Bilder) – so lassen sich Uploads per Vorlage automatisieren.
Amazon SEO: Wie das Ranking funktioniert
Amazons Suche (intern lange „A9“ genannt) hat ein einziges Ziel: den Artikel oben zu zeigen, der am wahrscheinlichsten gekauft wird. Anders als bei Google zählt nicht, wie informativ eine Seite ist, sondern ob sie verkauft. Daraus folgen zwei Gruppen von Faktoren:
Relevanz – wird das Produkt gefunden?
Titel: maximal 200 Zeichen; seit 2025 verbietet Amazon Sonderzeichen wie „!“, „?“ oder „$“ (außer in Markennamen) und mehr als zwei Wiederholungen desselben Wortes. Aufbau: Marke – Produktart – wichtigste Merkmale – Variante (Farbe, Größe, Menge). Das Hauptkeyword gehört nach vorn, weil mobil nur die ersten 60 bis 80 Zeichen sichtbar sind.
Bullet Points: fünf Punkte, je ein Nutzen, Keyword am Anfang, keine Preis- oder Versandaussagen, keine Werbeversprechen („bestes“, „Nr. 1“).
Produktbeschreibung / A+ Content: Marken mit Brand Registry ersetzen die Textbeschreibung durch A+ Module – Bild-Text-Kombinationen, Vergleichstabellen, Markengeschichte. A+ Text ist eingeschränkt indexiert, wirkt aber stark auf die Conversion.
Backend-Keywords: bis zu 250 Byte Suchbegriffe, die nicht im sichtbaren Text stehen – Synonyme, Schreibvarianten, Fachbegriffe. Keine Wiederholungen aus dem Titel, keine Markennamen der Konkurrenz.
Attribute: Farbe, Material, Größe, Zielgruppe – so vollständig wie möglich, denn Filter und Suche arbeiten damit; ein fehlendes Attribut heißt: nicht im Filterergebnis.
Performance – wird das Produkt gekauft?
Klickrate in der Suche: Hauptbild, Titelanfang, Preis, Bewertungssterne und Prime-Badge – alles, was in der Ergebnisliste sichtbar ist.
Conversion-Rate: Bilder, Bullets, A+, Bewertungen, Lieferzeit. Ein Angebot, das viele Besucher, aber wenige Käufe hat, verliert Positionen.
Verkaufsgeschwindigkeit und -historie: jüngste Verkäufe zählen mehr als alte; Neueinführungen bekommen eine begrenzte Anschubphase.
Preis, Verfügbarkeit, Versand: Out-of-stock kostet Ranking, das nach Wiederverfügbarkeit nur langsam zurückkommt; FBA/Prime verbessert die Buy-Box-Chance.
Bewertungen: Anzahl und Durchschnitt beeinflussen Klick- und Conversion-Rate – und damit indirekt das Ranking. Anreize für Bewertungen sind verboten; erlaubt ist das Amazon-Programm „Bewertung anfordern“ und Vine für neue Produkte.
Werbung: Sponsored Products liefern Verkäufe, die auch das organische Ranking stützen – gerade in der Startphase eines Listings.
Amazon-Rankings reagieren schnell: Änderungen am Listing wirken sich innerhalb von Stunden bis Tagen aus, nicht innerhalb von Monaten wie bei Google. Das erlaubt echtes Testen – Amazon bietet mit „Experimente verwalten“ A/B-Tests für Hauptbild, Titel und Bullets an, wenn die Marke registriert ist.
Checkliste vor dem Upload
Hauptbild: reines Weiß, ≥ 85 % Bildfüllung, ≥ 1.600 Pixel, nur das Produkt.
Sieben weitere Bilder geplant: Detail, Infografik, Größenvergleich, Lifestyle, Lieferumfang, Video.
Alle Varianten (Farben, Größen) mit eigenem, konsistentem Bildsatz.
Titel ≤ 200 Zeichen, Hauptkeyword vorn, keine Sonderzeichen.
Fünf Bullets, je ein Nutzen; Backend-Keywords ohne Dubletten.
Attribute vollständig; A+ Content für registrierte Marken.
Dateinamen nach ASIN-Schema, sRGB, unter 10 MB.
Wir fotografieren nach den Style Guides der Kategorien – Hauptbild, Details, Infografik-Vorlagen und Lifestyle aus einer Hand, auch für eBay, Zalando, Otto und About You. Details auf der Seite Produktfotos für Amazon, eBay & Zalando; wie Sie Produkte einsenden, erklärt Produktfotografie per Versand.
Stand: September 2026. Amazon passt Bildrichtlinien und Style Guides regelmäßig an – maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung in Seller Central.