Glossar · KI-Produktfotografie

Was ist ein KI-Model?

Kurz erklärt

Ein KI-Model ist eine fotorealistische, synthetisch erzeugte Person, die in Produktbildern die Rolle eines menschlichen Models übernimmt. Es hat kein Recht am eigenen Bild – daher entfallen Buyout und Laufzeit –, muss aber als KI-Inhalt gekennzeichnet werden, wenn es für ein Foto gehalten werden könnte.

Definition

Ein KI-Model (auch KI-Avatar, virtuelles Model oder synthetisches Model) ist eine per generativer KI erzeugte, fotorealistische Person, die in Produkt- und Werbebildern die Aufgabe eines menschlichen Models übernimmt: Kleidung tragen, ein Produkt halten, eine Szene beleben. Es existiert nicht, hat keine Agentur, keinen Kalender und kein Recht am eigenen Bild.

Wie KI-Models in Produktbildern entstehen

Im hybriden Verfahren ist die Reihenfolge entscheidend: Zuerst wird das Produkt real fotografiert, etwa als Hollow Man, damit Schnitt, Volumen und Stoff stimmen. Dann wird ein KI-Model erzeugt, das zum Briefing passt – Alter, Typ, Haltung, Stil – und das Kleidungsstück wird auf das Model montiert, Licht und Schatten werden angeglichen. Hände, Übergänge und Stoffverlauf werden per Hand retuschiert. Mehr dazu unter KI-Produktfotografie.

Ein guter Anbieter liefert wiederkehrende KI-Models: Dasselbe Gesicht kann über eine ganze Kollektion und mehrere Saisons hinweg eingesetzt werden, wie ein „Haus-Model“ – ohne Verfügbarkeitsfragen.

Vorteile gegenüber echten Models

  • Kein Buyout, keine Laufzeit: Da kein Persönlichkeitsrecht betroffen ist, gibt es keinen Model-Release und keine Nachlizenzierung.
  • Varianten ohne neues Shooting: andere Zielgruppe, anderer Markt, andere Größe – ein neues Motiv statt eines neuen Termins.
  • Planbarkeit: keine Castings, keine Absagen, keine Reisekosten; Produktion in der Regel innerhalb von 7 bis 14 Tagen.

Grenzen und Sorgfaltspflichten

  • Keine realen Vorbilder: Ein KI-Model darf keiner existierenden Person ähneln – sonst gelten deren Persönlichkeitsrechte wie bei einem Foto.
  • Keine Täuschung: Das Produkt am KI-Model muss das gelieferte Produkt sein (§ 5 UWG). Deshalb gehört ein echtes Produktfoto an den Anfang.
  • Passform: Wo die Kaufentscheidung von der realen Passform am Körper abhängt (Dessous, Sportkompression), bleibt das echte Model überlegen.
  • Bewegtbild: Laufende Models und fließende Stoffe sind real weiterhin überzeugender.

Kennzeichnung nach EU AI Act

Seit dem 2. August 2026 verlangt Artikel 50 der KI-Verordnung, dass fotorealistische KI-Inhalte, die für echt gehalten werden könnten, für Menschen sichtbar als KI-generiert offengelegt werden. Ein KI-Model erfüllt diese Beschreibung – ein Hinweis in der Bildunterschrift oder ein dezentes Label genügt. Was genau gilt, wem die Bilder gehören und was Marktplätze zusätzlich verlangen, steht im Beitrag KI-Models: Buyout, Nutzungsrechte und was der EU AI Act verlangt. Beispiele und Ablauf im KI Studio.

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