Glossar · Bildbearbeitung
Kurz erklärt
Retusche ist die gezielte Korrektur eines Fotos nach der Aufnahme: Staub, Kratzer, Fingerabdrücke und Falten entfernen, Farben angleichen, Spiegelungen beruhigen. Sie macht aus einer guten Aufnahme ein verkaufsfertiges Produktbild – ohne das Produkt zu verfälschen.
Retusche (von französisch retoucher, „nachbessern“) bezeichnet alle gezielten Eingriffe in ein fertiges Foto: Störendes entfernen, Fehler korrigieren, Farben und Helligkeit angleichen. Sie ist von der Bildbearbeitung im weiteren Sinn – Zuschnitt, Farbmanagement, Formatwandlung – nicht scharf getrennt, meint aber im Kern die Arbeit am Motiv selbst.
Der Alltag in der Produktfotografie: Staub und Fusseln, Kratzer aus dem Transport, Fingerabdrücke auf Hochglanz, Knicke in Verpackungen, Fäden an Textilien, Kleberreste von Etiketten. Dazu kommen technische Korrekturen wie das Angleichen der Farben zwischen Varianten, das Beruhigen von Spiegelungen auf Chrom und Glas oder das Entfernen des Halterungsdrahts, mit dem ein Produkt im Set positioniert wurde. Ziel ist ein Produkt, wie es der Kunde neu aus der Verpackung nimmt – nicht besser.
Bei Aufnahmen mit Models: Hautunreinheiten, einzelne Härchen, glänzende Stellen, Kleidungsfalten. Seriöse Beauty-Retusche erhält Hautstruktur und Proportionen; wo die Grenze liegt und warum stark bearbeitete Werbebilder in einigen Ländern gekennzeichnet werden müssen, beschreibt unser Beitrag Beauty-Retusche.
Mehrere Aufnahmen werden zu einem Bild kombiniert – etwa bei der Hollow-Man-Technik, wo Außen- und Innenansicht eines Kleidungsstücks zusammengesetzt werden, oder wenn ein Produkt in ein fotografiertes oder KI-generiertes Interieur gesetzt wird.
Retusche darf ein Produkt sauber, aber nicht anders zeigen. Eine andere Farbe, ein weggeretuschiertes Bauteil oder eine glattere Oberfläche, als das Produkt tatsächlich hat, sind wettbewerbsrechtlich irreführend (§ 5 UWG) und führen zu Retouren. Deshalb gilt im Studio: Transportschäden und Setspuren entfernen ja, Produkteigenschaften verändern nein. Was auf dem Bild zu sehen ist, muss der Kunde im Paket wiederfinden.
In der Serienproduktion folgt die Retusche einem festen Ablauf: Auswahl der besten Aufnahme, Freistellung, Bereinigung, Farbabgleich anhand einer Graukarte, dann Ausgabe in den vereinbarten Formaten. Bei Capture Studio ist die Standardretusche Teil jedes Produktfotos; aufwendige Beauty- oder Composing-Arbeiten werden nach Aufwand kalkuliert und vorab abgestimmt.
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